TTouch bei Kühen wirkt

by Lily on 25. 08. 2012

TTouch bei jungen Kälbern verbessert die Beziehung zum Menschen und reduziert Stress beim Schlachten

In der Studie wurde untersucht, ob ein positives Handling nach der Methode TTouch® zu Beginn des Lebens von Mutterkuhkälbern zu einer verbesserten Mensch-Tier-Beziehung führt. 27 Kälber aus Mutterkuhhaltung wurden in eine Handlinggruppe  oder in eine Kontrollgruppe eingeteilt. Das Handling wurde am 2., 3. und 4. Lebenstag sowie an drei weiteren Tagen innerhalb der folgenden drei Wochen von immer derselben Person durchgeführt. Es dauerte jeweils 2 x 10 min pro Tag und wurde von einer 30-minütigen Pause unterbrochen. Die Mutterkuh war immer anwesend und die Behandlung wurde entweder im Stall oder auf der Weide durchgeführt. Sechsmal wurde jedes Kalb getestet, wie es bei einer frontalen Annäherung einer fremden Person reagiert (Ausweichdistanz-Test). Ausserdem wurde die freiwillige Annäherung der Kälber an diese Testperson erfasst. Im Alter von 10 Monaten wurden alle Tiere geschlachtet. Vorher wurden die Tiere hinsichtlich ihres Verhaltens in der Betäubungsbox beobachtet. Dabei wurde ein Score für die Kopfposition der Tiere in Bezug zum Betäuber vergeben. Fleischproben des M. longissimus dorsi wurden hinsichtlich Fleischfarbe, Garverlusten und Scherkraft analysiert. Handling-Kälber zeigten gegenüber der Testperson eine geringere Ausweichdistanz als Kontrollkälber und bei 81 durchgeführten Ausweichdistanz-Tests wurden 18 freiwillige Annäherungen gezählt. 16 davon waren  von Handling-Kälbern. Außerdem zeigten Tiere der Handling-Gruppe am Schlachthof weniger Ausweichverhalten gegenüber dem Betäuber als Kälber der Kontrollgruppe. Bei der Analyse der Fleischfarbe und den Garverlusten wurden keine Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt. Die Fleischproben der Handling-Tiere wiesen jedoch geringere Scherkraftwerte auf als die Proben der Kontrolltiere, ein Anzeichen dafür, dass das Fleisch der Handling-Kälber zarter war. Ein positives Handling bei sehr jungen Kälbern aus Mutterkuhhaltung führte dazu, dass diese sich im späteren Leben gegenüber Menschen weniger scheu verhielten als nicht behandelte Artgenossen. Dieser Effekt kann zu verminderten stressanzeigenden Reaktionen der Tiere auf dem Schlachthof und als Folge zu einer geringeren Scherkraft im Fleisch führen.

Den vollständigen Artikel (auf englisch) können Sie im Internet bestellen: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0168159112000858

 

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